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Fragen und Antworten: Swing Pricing und Bewertungsanpassungen

1. Was ist Swing Pricing?

Bei umfangreichen Kauf- oder Verkaufstransaktionen eines Fonds muss der Fondsverwalter unter Umständen die zugrundeliegenden Vermögenswerte des Fonds kaufen oder verkaufen. Dadurch entstehen Handelskosten, die von den Anlegern dieses Fonds getragen werden. Infolgedessen können sich die Kauf- und Verkaufstransaktionen anderer Anleger auf die langfristig investierten Anteilsinhaber eines Fonds nachteilig auswirken. Dieser Effekt ist als Verwässerung bekannt. 

Swing Pricing ist eine Methode, um die Verwässerung zu reduzieren und potenziell die bestehenden Anleger zu schützen. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Anleger, die Anteile eines Fonds zeichnen oder zurückgeben, einen Teil der Handelskosten, d. h. die zugrundeliegenden Spreads und Transaktionskosten, tragen.

Swing Pricing darf nicht mit dem Fair Valuation Pricing (FVP), d. h. der Bewertung des Fonds zum Marktpreis, verwechselt werden. Swing Pricing wirkt der Beeinträchtigung der Wertentwicklung durch Handelskosten entgegen, die in Bezug auf das Portfolio eines mit nur einem Preis bewerteten Fonds infolge von Transaktionen durch Anteilsinhaber entstehen. Diese Kosten setzen sich aus den Spreads der zugrundeliegenden Vermögenswerte, den Transaktions- oder Maklergebühren und den Steuern (zum Beispiel die Stempelsteuer von 0,5 % auf den Kauf von britischen Aktien) zusammen. Wenn kein Swing Pricing angewandt wird, trägt der Fonds diese Kosten, wodurch sich sein Marktwert verwässert und sich so Nachteile für bestehende Anleger ergeben.

Der Hauptvorteil des Swing Pricing ist, dass die durch Transaktionen der Anteilsinhaber hervorgerufene Verwässerung vermindert wird. Wir sind der Ansicht, dass dies die durch kurzfristige Preisvolatilität verursachten Probleme aufwiegt und dass Swing Pricing im besten Interesse unserer Kunden liegt. Darüber hinaus ist Swing Pricing ein Standardmechanismus der Branche, der von allen unseren größeren Mitbewerbern angewandt wird.

Jeder Fonds hat einen Swing-Faktor, der auch Verwässerungsanpassung genannt wird. Dieser entspricht den geschätzten zugrundeliegenden Handelsspreads, Transaktionsgebühren und Steuern. Die Swing-Faktoren sind für jeden Fonds unterschiedlich. Sie hängen von den Kosten ab, die dem Fonds beim Kauf und Verkauf der zugrundeliegenden Vermögenswerte entstehen, sowie von den etwaigen Handelsspreads.

2. Wie funktioniert Swing Pricing?

Der Preis eines Fonds wird gemäß den täglichen Mittelzu- und -abflüssen nach oben oder unten korrigiert. Wir passen den Preis nach oben hin an, wenn die Nettozuflüsse einen im Voraus festgelegten Schwellenwert des Fondswerts übersteigen. Dagegen wird der Preis nach unten hin angepasst, wenn die Nettoabflüsse über dem Schwellenwert liegen.

Übertreffen die Nettotransaktionsflüsse den Schwellenwert nicht, kann das Swing Pricing nicht aktiviert werden. In diesem Fall entspricht der veröffentlichte Preis dem mittleren Marktpreis bzw. dem zuletzt gehandelten Preis der zugrundeliegenden Wertpapiere. Vor Anwendung des Swing-Faktors wird der Preis des Fonds täglich immer auf diese Standardposition zurückgesetzt.

Der im Rahmen des Swing Pricing korrigierte Preis wird auf alle an diesem Tag ausgeführten Handelstransaktionen angewandt und stellt den offiziellen Nettoinventarwert (NIW) dieses Tages dar. Die Anpassung erfolgt automatisch, sobald die Nettozu- bzw. -abflüsse den Schwellenwert übersteigen. Es steht der Fondsverwaltungsgesellschaft frei, auch dann eine Verwässerungsanpassung anzuwenden, wenn der Schwellenwert nicht überschritten wurde, sofern sie der Meinung ist, dass diese Maßnahme im Interesse der bestehenden Anteilsinhaber ist.

3. Wie wird der Swing-Faktor berechnet?

Der Swing-Faktor ist ein Schätzwert, der aus einer Reihe von Komponenten, darunter Handelsspannen, Provisionen und sonstige Transaktionskosten, festgelegt wird. Die Handelsspannen basieren auf einer Momentaufnahme des Portfolios. Anschließend wird ein gewichteter Portfoliobetrag berechnet. Provisionen und sonstige Kosten (z. B. Transaktionssteuer) basieren auf einer Analyse der tatsächlichen in der Vergangenheit abgeschlossenen Transaktionen. Diese Kosten werden ermittelt und als Prozentsatz des gesamten Abwicklungsbetrags der analysierten Transaktionen angegeben.

4. Wie oft werden die Swing-Faktoren berechnet?

In einem regulären Marktumfeld wird der Swing-Faktor periodisch, in der Regel jedes Quartal, aktualisiert. Dazu werden die Transaktionskosten der zugrundeliegenden Vermögenswerte, die in jedem Fonds gehalten werden, analysiert.   In Anbetracht des derzeit außergewöhnlichen Marktumfelds haben wir die verwendeten Swing-Faktoren aktualisiert, um den gegenwärtigen Marktbedingungen Rechnung zu tragen.  Wir behalten diese Faktoren laufend im Auge. 

5. Wie oft wird Swing Pricing angewandt?

Das ist von Fonds zu Fonds unterschiedlich und hängt von einer Reihe von Faktoren ab – wie etwa dem Umfang der Handelsaktivität für jeden Fonds und der Größe des Fonds. Zum Beispiel ist damit zu rechnen, dass bei einem kleinen neuen Fonds mit häufigen Mittelzuflüssen das Swing Pricing häufiger angewandt wird als bei einem großen Fonds mit einem festen Stamm an Anteilsinhabern.

6. Beeinträchtigt Swing Pricing die Wertentwicklung des Fonds?

Bei der Messung und dem Reporting der Wertentwicklung kann eine kurzfristige Preisvolatilität auftreten. Wir sind jedoch der Ansicht, dass die Vorteile des Swing Pricing die durch kurzfristige Preisvolatilität verursachten Nachteile aufwiegen.

Korrekturen im Rahmen des Swing Pricing beruhen auf den Nettozu- und -abflüssen und erfolgen daher nicht auf Basis der zugrundeliegenden Marktbewegungen. Dies könnte ein Problem bei der Wertentwicklung des Fonds gegenüber dem Vergleichsindex darstellen. Das FVP und der Zeitunterschied zwischen dem Bewertungszeitpunkt und dem Börsenschluss bei der Benchmark wirken sich hier ebenfalls aus. Rentenfonds reagieren stärker auf die durch Swing Pricing verursachte Volatilität.

7. Hat Schroders Vorteile durch das Swing Pricing?

Nein. Das Swing Pricing wird in keiner Weise zugunsten von Schroders angewandt. Swing Pricing schützt die bestehenden oder verbleibenden Anleger in dem Fonds, da Verwässerungsanpassungen von den Anlegern getragen werden, die Fondsanteile zeichnen oder zurückgeben, und dies insgesamt dem Fonds zugutekommt. Es werden strikte Kontrollen durchgeführt, um sicherzugehen, dass diese Maßnahmen fair und gemäß den Best Practices der Branche durchgeführt werden.

8. Werden Performancegebühren vor oder nach der Korrektur im Rahmen des Swing Pricing erhoben?

Die täglich auflaufenden Performancegebühren (sofern zutreffend) werden vor der Swing-Anpassung erhoben, da der Zweck der Swing-Anpassung darin besteht, die bestehenden Anleger vor anteilsbasierten Transaktionen zu schützen, und nicht mit der Wertentwicklung des Fonds in Zusammenhang steht.

9. Was ist Fair Valuation Pricing (FVP) und wie wird es festgelegt?

FVP kann bei der Berechnung des NIW verwendet werden, wenn unsere normalerweise eingesetzten Bewertungsgrundsätze zur Feststellung des Wertes der Fondsanlagen nicht geeignet erscheinen. Die Fondsverwaltungsgesellschaft wird eine Anpassung des NIW ermöglichen, um dem fairen Wert der Vermögenswerte des Fonds in gutem Glauben und in Übereinstimmung mit allgemein anerkannten Bewertungsprinzipien und -verfahren genauer Rechnung zu tragen.